30. Dezember 1532: Heingen Kröppel (der Krüppel)
12. April 1534: Wingen Spenrock (Spinnrocken)
30. September 1540: Vaistovent (Fasching); Joncker Johan Dobelsteyn (Spielwürfel); Leynß Tzytvogell (Zeitvogel)
29. Mai 1541: Thyß Hoytz (Dickkopf) - heute in Hauset Heutz geschrieben
9. Januar 1542: Jopgen Kallert (der Redselige, zu dietzsch /kale/ = sprechen), Lens Buyschoiffß
10. Februar und 28. Dezember (2x) 1544: Peter Quamot neben Komot(en) (der schlecht Gelaunte), heute Coemonth, Coemat, französiert Coumont - Debrabantere 284 schlägt dagegen ‚koeweiland' vor.
16. April 1544: Gort Hoischenn (zu dietzsch /hööch/, Kontraktion von /höövesch/ = "wie am Hof" (vgl. frz. "Courtois")
26. Dezember 1544 : Lienert den Voiß, Johan Kerff (Debrabantere 776 schlägt vor: 1. Narbe; 2. Tischler)
Im Telefonbuch haben wir noch etliche Familiennamen gefunden, die von früheren dietzschen oder romanischen Spitznamen abgeleitet sind. Diese Liste ist nicht erschöpfend:
Broun(s), Braun sowie
Mohr, Moors und die romanischen Formen
Moreau, Moray weisen auf die braune Haut der ersten Träger dieser Namen hin.
Wyzen, Deswyzen usw. entsprechen in etwa dem französischen Namen
Lesage und dem eher angeführten Spitznamen
/der Lueze/ (Kelmis).
Flas (Flachs) und
Schonbroodt, sowie der seltener vorkommende Importname
Beaupain, bezeichnen das vom Fachmann erzeugte Endprodukt.
Groteclaes /Jruetekloos/ und
Kleinjans sind morphologisch aus einem Vornamen und einem Adjektiv zusammengesetzt, genauso wie die romanischen Namen
Grandfils, öfter
Grosfils /jrofi/ oder
Grosjean /Jraaschang/, wie im wallonischen ausgesprochen, jedoch mit germanischer Endung und Betonung.
Der im Lütticher Raum weit verbreitete Name
Lejeune kommt hier weniger oft vor als
Jongen, zugleich das häufigste Anthroponym in den Niederlanden.
Klein ist häufiger als
Lang(er), ein Eifeler Name, während
Slangen (Eupen), Genitiv mit Proklise, aus dem niederländischen Limburg stammt.
Jungbluth usw. kommt recht häufig vor.
Der am 5. Januar 1641 im Taufregister von Aubel registrierte Spitzname Jonck Verdorven hat in unserer Gegend nicht überlebt, ist aber in Deutschland noch in der Graphie
Jungverdorben zu finden.
Debrabandere zufolge bezeichnet
Knauf, Knops (791-2) einen untersetzten Mann oder eine Person mit einer Geschwulst am Kopf;
Krott bedeutet Kröte (dietzsch
/de Krodel/);
Loos, Loozen (898) ist ein intelligenter Mensch (dietzsch
/der Lueze/).
Der Vorfahr der Familie
Mennicken, von Raerener Abstammung, muss noch kleiner gewesen sein, als die Menschen seiner Zeit ohnehin schon waren.
Der im Furgebiet (Fourons/Voeren) sehr bekannte
Munnix ist die germanische Variante von
Lemoine, genauso wie
Rotheudt (
/Ruethöjt/ = Rothaupt) von
Leroux.
Na(e)denoen (
/Noodenoon/ = Nachmittag) findet man heute noch in der Montzener Gegend, während der einst mit Stolz von Bürgermeister und Gemeinderäten des Ortes getragene Vroegop (vgl. dt. "Frühauf"), gänzlich aus unserer Namenlandschaft verschwunden zu sein scheint.
Wir überlassen dem beunruhigten Leser die heikle Aufgabe einer psychosoziologischen Untersuchung nach den Gewohnheiten der örtlichen Bevölkerung: hat sie deshalb ihre morgendlichen Tätigkeiten aufgegeben, um erst am Nachmittag aktiv zu werden ?
(9).
(7) Siehe vollständige Tabelle der "dialectes thiois du Pays de Herve", in Architecture rurale de Wallonie, Pays de Herve, Liège 1987 (P. MARDAGA), S. 207.
(8) U.a. in unserer Doktorarbeit veröffentlicht: " Grundlagen der Sprachgeschichte im Bereich des Herzogtums Limburg-Beitrag zum Studium der Sprachlandschaft zwischen Maas und Rhein ", Ostbelgische Studien I, Eupen 1982, S. 201.
(9) Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Personen bedankten, die mir bei meinen Forschungen unterstützt haben, insbesondere A. BELLEFLAMME, verantwortlich für das Dokumentationszentrum der deutschsprachigen Gemeinschaft Eupen, und dem Baron C. DE BROICH aus MONTZEN.
L. WINTGENS.